1. Mobilität

Wie können wir es schaffen, Alternativen zu unseren bequemen Autos auf dem Land zu schaffen? Was ist realistisch und was muss als Basis vorhanden sein? Hier ein paar Beispiele

Ich bin in Ostercappeln aufgewachsen und weiß daher genau, wie es ist, wenn der Bus nur einmal in der Stunde und dann auch nur in einem sehr begrenzten Zeitraum fährt. 

Eine gute Mobilität für alle – auch und insbesondere für diejenigen, die nicht über ein Auto verfügen oder dieses gerne durch klimafreundlichere Mobilität ersetzen möchten – ist aber Voraussetzung dafür, eine attraktive Gemeinde für alle Generationen zu sein. 

Daher möchte ich Alternativen zur derzeit noch nahezu unverzichtbaren PKW-Nutzung schaffen. Ich bin mir sicher: dieses wird Ostercappeln nicht nur dem Ziel, den CO2-Ausstoss zu reduzieren näherbringen, sondern vor allem auch den Austausch der Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde stärken, die Gemeinschaft wachsen lassen und die Gesundheit verbessern. Ein lückenloses Mobilitätskonzept für den Landkreis Osnabrück ist das Ziel. Auch hier wird das Thema autonomes Fahren und Verkehrsvernetzung per App in Zukunft integriert werden.

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Schlagworte

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Radfahren

Radfahren wird immer beliebter, auch Menschen, die vorher aufgrund der teilweise weiten Entfernungen in unserer ländlichen Region oder hügeligen Strecken eher auf Auto oder Bus angewiesen waren, greifen immer öfter auf E-Bikes zurück.

Für Berufstätige könnte das Fahrrad eine gute Alternative zum Auto sein, wenn dafür die passenden Voraussetzungen geschaffen sind.

Ich will dafür sorgen, dass Radfahren in unserer Gemeinde nicht nur bequem, sondern vor allem sicher möglich ist. 

Dafür setze ich mich ein

  • Ein vollständiges Radwegenetz, das bestehende Lücken wie etwa zwischen Hitzhausen und Ostercappeln-Zentrum, Venne und Hunteburg, Venne und Evinghausen schließt
  • Eine gute Radwegeanbindung nach Osnabrück, z.B. durch einen Anschluss an den geplanten Radschnellweg in Belm, die Optimierung der vorhandenen Strecken und die Prüfung auf Verkehrstauglichkeit auch im Winter. Auch die Anbindung von Venne und/oder Schwagstorf nach Osnabrück soll auf nach Machbarkeit geprüft werden 
  • Radwege, die umfänglich auf Sicherheit und mögliche Gefährdungen geprüft und zeitnah gesichert bzw. Instandgesetzt werden. 
  • Den Bau von „Fahrradschutzstreifen“ auf breiteren Straßen ohne Radwege, wenn keine besseren Optionen realisierbar sind
  • Barrierefreies Radfahren, Durchquerungen sollen auch mit Lastenrad oder Anhänger möglich sein
  • Die Schaffung von Anreizen zur vermehrten Nutzung des Rades für die täglichen Wege im Alltag
  • Die Beantragung öffentlicher Fördermittel, die für den Radwegeausbau zur Verfügung stehen
  • Die Erhöhung der Anzahl der öffentlichen Ökostrom-Ladestationen für E-Bikes, Pedelecs, S-Pedelecs und Elektroroller 
  • Gesicherte Abstellanlagen für Fahrräder an Knotenpunkten, besonders dort wo Fahrräder über einen längeren Zeitraum stehen und vor Wetter oder Vandalismus geschützt werden müssen
  • Ein BikeSharing- und Poolfahrzeug-Angebot, das eine kostengünstige und bedarfsweise Nutzung der Fahrzeuge ermöglicht
  • Die Schaffung und Ausweitung von Radfahrprojekten (z.B. Wir fahren Rad für eine saubere Luft, Gemeinderadeln etc.) und eine Zusammenarbeit mit Initiativen, die regelmäßige Radtouren (z.B. die Gute Route) begleiten
  • Die Radrouten sollen mit einer Belastungsanzeige (z.B. hohe Steigung etc.) gekennzeichnet werden. Unterschiedliche Anbieter von touristischen Touren mit einer guten Beschilderung sollen im Radwegekonzept aufgeführt werden.
  • Eine nach den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger möglichst naturnahe Gestaltung des Kanalradwegs
  • Eine gleichberechtigte Nutzung des öffentlichen Verkehrsraums für alle Verkehrsteilnehmer

Der Öffentliche Nahverkehr (ÖPNV)

Der Öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) muss attraktiver werden. Dazu müssen die Bedarfe direkt bei den Bürgerinnen und Bürgern erfragt werden. Auch auf dem Land kann der ÖPNV eine Alternative zum Auto darstellen, wenn passende Angebote zur Verfügung stehen.

Ich will dafür sorgen, dass sich die Nutzung von Bus und Bahn in unserer Gemeinde darauf ausrichtet, wie wir leben und wir nicht unser Leben darauf ausrichten, wie Busse und Bahnen fahren. Dank des “Starken Dorfes” befindet sich der Bahnhof in Vehrte derzeit in den Planungsstufen 3 und 4 und kann ggf. 2025/2026 bereits eine zusätzliche Anbindung im Bereich des Schienenverkehrs zu uns sein. Hierfür gehen Landkreis und Gemeinde Belm in die Finanzierung. Auch der geplante barrierefreie Umbau der Bahnhofes Bohmte, sowie die Reaktivierung der Wittlager – Kreisbahn in Richtung Bielefeld werden eine Bereicherung für unser Mobilitätskonzept werden. Ich wünsche mir ein gemeinsames Ticket für Bus und Bahn und möchte versuchen, eine günstige Möglichkeit des Busfahrens zu schaffen. 

Dafür setze ich mich ein

  • Die Verkürzung der Taktung der Busse innerhalb der Gemeinde (0,5 Std. Taktung)
  • Die Schaffung neuer Buslinien z.B. nach Bramsche oder Damme und den Ausbau bestehender Verbindungen in Absprache mit den Busunternehmen 
  • Die Sicherstellung einer direkten Verbindung zwischen Schwagstorf und Ostercappeln mit ganztägiger Anbindung und ggf. mit einer neuen Bushaltestelle Wohnbaugebiet „Im Haferkamp“ 
  • Ein Verkehrskonzept für jedes Gewerbe- oder Wohnbaugebiet mit einer Nutzungsmöglichkeit oder Machbarkeitsüberprüfung für den ÖPNV
  • Den Erhalt der oberen Haltestelle (Krankenhaus) zur besseren Anbindung an den Ortskern bzw. Kirchplatz 
  • Einen optimierten Willi-Bus und sichtbare Freizeitbuslinien 
  • Busse mit einer Transportmöglichkeit für Fahrräder (z.B. Heckträger) 
  • Den Ausbau von Modelllinien mit alternativen Antrieben, so kann etwa der nicht eingespeiste Strom der Schwagstorfer Windkraftanlagen gespeichert und genutzt werden
  • Die Berücksichtigung der möglichen Folgen von mehr Busverkehr; so muss etwa am zentralen Busbahnhof am Krankenhaus darauf geachtet werden, dass die Motoren bei stehenden Fahrzeugen aus sind, damit weder für das Krankenhaus noch für die Anwohnerinnen und Anwohner Nachteile durch Lärmemissionen etc. entstehen. (dieses wäre z.B. durch eine Ausstattung der Busse mit solargesteuerten Klimaanlagen möglich)
  • Innovative Angebote parallel zum ÖPNV-Ausbau, so kann etwa der Einkaufsservice für eingeschränkt mobile Menschen reaktiviert werden (regelmäßige Einkaufsfahren ins Ortszentrum), Mitfahrbänke zwischen Schwagstorf und Ostercappeln oder Venne und Schwagstorf installiert werden und digitale Möglichkeiten (Apps) zur Unterstützung eingesetzt werden
  • Eine Prüfung inwieweit Wasserwege für den Personenverkehr im Altkreis Wittlage – auch mit dem Ziel der Tourismusförderung – genutzt werden können
  • Busfahren so günstig wie möglich, dazu können etwa Einsparungen aus alternativen Antrieben umgelegt werden
  • Kostenlose Schülerbeförderung. Schulbuslinien für Kinder und Jugendliche, die unter 2km Fahrtweg zur Schule haben, um die “Elterntaxis” zu minimieren
  • Kostenlose Busnutzung für Rentner innerhalb der Gemeinde, ähnlich wie die Schülertickets im Nachmittagsbereich
  • Busnutzung im Landkreis für 1 Euro am Tag. Dadurch kann eine gute Alternative zum Individualverkehr geboten werden und die Mobilitätswende voranschreiten. Die Buslinien sollen nach regelmäßigen Bedarfsabfragen geplant werden.
  • Die Optimierung und Erweiterung von Bushaltestellen, dazu gehören sichere Überquerungsmöglichkeiten, ausreichend Abstand zum fließenden Verkehr, ausreichende Beleuchtung über Solarenergie, Überdachungen, Fahrrad-Abstellmöglichkeiten und Mülleimer
  • Die erneute Prüfung einer möglichen Reaktivierung des Bahnhofes in Ostercappeln, diese kann z.B. auch mit der Schaffung eines zum Verweilen einladenden Anziehungspunktes (Bahnhofs-Cafe mit Inklusionsgemeinschaft) verbunden werden. Zunächst soll jedoch eine Potenzialstudie für einen Bahnhalt in Ostercappeln erstellt werden, in der die Auswirkungen auf Wohnen, Arbeiten und Tourismus bewertet werden.

Individualverkehr

Der Individualverkehr ist in unserer Region (bislang) oft die einzige Möglichkeit von A nach B zu kommen. Dieser soll langfristig durch den Ausbau des ÖPNV deutlich reduziert werden, dennoch müssen bereits jetzt Co2-sparende Lösungen genutzt werden. Die CO2 Steuer wird weiter steigen und ich bin natürlich auch davon betroffen – dennoch ist ein Weg in die richtige Richtung. Ich weiß, dass die E-Mobilität auch in unserer Gemeinde noch sehr umstritten, teilweise sogar unrealistisch ist. Daher möchte ich Alternativen anbieten, aber auch aufklären und Ängste nehmen.

Denn nur weil es „immer so war“, kann es nicht immer so bleiben. Mir persönlich ist es wichtig, alle Seiten zu betrachten: z.B. nicht einfach „nur“ den Trecker mit E-Motor zu fordern, sondern zu berücksichtigen, ob dieser dann auch dieselbe Leistung bringen kann, wirklich nachhaltig ist und bezahlbar bleiben kann. Es macht auch nicht in allen Bereichen Sinn, vollständig auf E-Mobilität zu setzen. Autos sollen nachhaltig und nachdenklich genutzt werden, d.h. auch zu überlegen, ob Fahrten in Gemeinschaft erfolgen oder Autos geteilt werden können.

Dafür setze ich mich ein

  • Den Ausbau von ÖkoStrom-Ladesäulen, denn nur dann macht ein E-Auto auch eine gute Co2-Bilanz
  • Eine gemeinsame Nutzung von Autos (z.B. mit einem Nachbarn) oder als Carsharing Projekt als Alternativen zur Einzelnutzung 
  • Die Berücksichtigung aller Verkehrsteilnehmer, aber auch Rücksichtnahme von allen. Kinder sollen wieder mit dem Rad zur Schule fahren können und lernen, sich sicher im Verkehr zu bewegen
  • Das Ostercappelner Zentrum als durchgehend verkehrsberuhigter Bereich, in Bereichen wie Schulen, Kindergärten und Pflegeheimen müssen Tempo 30-Zonen ausgeweitet werden
  • Zebrastreifen und Überquerungshilfen, die eine Rücksichtnahme der Autofahrer gegenüber schwächeren Verkehrsteilnehmern steigern (z.B. Bremer Straße)
  • Keine Erweiterung des Strassennetzes um den Verkehr einfach nur besser zu verteilen, sondern eine Anpassung an den tatsächlichen Bedarf nach Ausschluss möglicher Alternativen. Dazu gehört zur Verkürzung von Transportwegen auch eine autobahnnahe Anbindung von Gewerbe- und Industriegebieten. Falls dies nicht möglich ist, kann ein Schienensystem hierfür die Anbindung bieten. Gewerbegebiete mit wenig Schwerlastverkehr sollen in die Natur eingebunden auch in der Gemeinde einen Standort haben können
  • Kein Weiterbau der A33 zur A1, kein weiterer vierspuriger Ausbau der B51/65 und keine Umgehungsstraße für Venne. Das Ziel sollte die Verlagerung auf das Schienensystem, einen verbesserten ÖPNV und weniger Fahrzeuge generell liegen 
  • Strassenneubau nur in neu erschlossenen Wohn- und Gewerbegebieten. Instandsetzungen und Erneuerungen von Fahrbahnen werden weiterhin betrieben
  • Der „Container-/ Massenguthafen“ in Leckermühle soll nur entstehen, wenn eine Bedarfsanalyse vorgelegt werden kann, die zukunftsfähig eine CO2 Ersparnis mit sich bringt 
  • Möglichkeiten zur Geschwindigkeitsbegrenzung auf Anregungen der Bürgerinnen und Bürger prüfen, z.B. an der Straße zum Kronensee
  • Einsatz von Lärm-Displays zur Reduzierung von Motorradlärm (Prävention statt Verbote)